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Alexei Krutow: Der Publikumsliebling will den nächsten Titel

Für Alexei Krutow ist das Spiel gegen Metallurg Magnitogorsk doppelt speziell: Gegen seine Landsleute könnte er den zweiten Titel im zweiten Jahr beim ZSC holen. Es wäre die Fortsetzung des Krutow-Märchens, das 1990 mit seinem Vater Wladimir im Hallenstadion begann...

Die Überzeugung: Metallurg ist zu schlagen

Am kommenden Sonntag feiert ZSC-Stürmer Alexei Krutow seinen 25. Geburtstag, und ein passendes Geschenk dafür hat er schon im Kopf: Den Titel in der Champions Hockey League. Um dies zu erreichen, braucht er mit seiner Equipe einen Sieg im Final-Rückspiel gegen Metallurg Magnitogorsk.

Das 2:2 im Hinspiel war resultatmässig nicht entscheidend, die Zürcher hätten auch bei einer Niederlage noch Chancen auf den Pokal gehabt.

In den Köpfen der Spieler könnte aber sehr wohl eine kleine Veränderung stattgefunden haben, nun weiss jeder: Die angebliche ''Übermannschaft" aus dem Ural ist keine solche, sondern vielmehr ein Team, das mit klugem Defensivspiel und Tempohockey besiegt werden kann. ''Schon vor dem ersten Spiel dachten wir, dass wir gewinnen können. Nun sind wir davon überzeugt", erklärt Krutow.

''Ich bin in Topform"

Der in Russland geborene, aber mit einer Schweizer Lizenz spielende Russe könnte zu einer Schlüsselfigur des Spiels werden. Beim Team von Trainer Sean Simpson in der Checkerlinie eingesetzt, ist die Verhinderung der gegnerischen Tore seine Hauptaufgabe; dies ist gegen seine technisch sehr versierten Landsleute alles andere als eine einfache Mission.

Weiterführende Links:
 
  Mit ''ZSC-Hockey'' zum Sieg?
  Facts: Der Weg in den Final
  Video: ZSC-Pech kurz vor Schluss
 

Doch nur an die Abwehrarbeit zu denken, das ist nichts für Krutow. Der quirlige, äusserst leichtfüssige Stürmer hat stets das Ziel, selber für Unruhe in den gegnerischen Reihen zu sorgen. Dies gelang ihm zuletzt beim 3:1-Auswärtssieg in Langnau bestens: Er bediente Teamkollege Mark Bastl nach einem Solo übers ganze Eis zum 1:0. ''Es läuft mir gut, ich bin in Topform."

Erinnerungen an Alexeis Vater ''Wladimir Crouton"

Die Partie gegen seine Landsleute ist für Krutow natürlich von spezieller Bedeutung, ''auch weil ich mit einigen Spielern früher zusammengespielt habe''. Seine Karriere war massgeblich geprägt von jener seines Vaters Wladimir. Dieser war einst als Stürmer beim ZSC von 1990 bis 1992 zur Kultfigur avanciert: Als sechsfacher Weltmeister und zweifacher Gewinner der Olympia-Goldmedaille verwertete er in den Playoff-Viertelfinals 1992 beim entscheidenden Spiel gegen den haushohen Favoriten Lugano seinen Penalty - eine der grössten Sensationen im Schweizer Eishockey war perfekt.

Damals liess seine stupende Technik die überflüssigen Kilos auf den Rippen und den Übernamen ''Wladimir Crouton" vergessen.

In Russland ein Wandervogel, in Zürich der Publikumsliebling

Während seines Aufenthaltes in der Schweiz brachte Wladimir seinen Sohn Alexei zum Eishockey - weshalb dessen erste Lizenz auch in der Schweiz gelöst wurde. Schon bald nach Russland zurückgekehrt, pendelte Kutow ''Junior" acht Jahre lang zwischen den drei höchsten Ligen hin und her; bei Teams wie Metallurg Novokuznetsk, Krylia Sovetov und Severstal Cherepovets schaffte er aber nie den definitiven Durchbruch.

Schliesslich zog es Krutow vor eineinhalb Jahren zurück in seine zweite Heimat, der Schweiz. In Zürich konnte sich der sympathische Athlet endlich austoben und wurde bald zur unersetzlichen Figur. In der ersten Saison holte er in 63 Spielen 19 Skorerpunkte - vor allem aber gewann er unter Trainer Harold Kreis gleich den Meistertitel. Und nun winkt bereits der zweite grosse Titel, wobei Krutow vor einem schwierigen Spiel warnt: ''Metallurg wird nun besser spielen, unterschätzen werden sie uns kaum noch einmal."

''Für uns alle das wichtigste Spiel"

Es war nicht zu übersehen, dass der Russe vor dem grossen Spiel gegen seine Landsleute besonders motiviert ist. ''Ich denke, es ist für alle in unserem Team das wichtigste Spiel, nicht nur für mich."

Und wie stehen die Chancen auf eine Freinacht für die Zürcher Fans? Krutow meint: ''Vor dem Hinspiel sagte ich 40 zu 60 Prozent, nun denke ich genau umgekehrt: Wir holen den Pott mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit."

Von Mathias Germann

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