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Mehr Handwerk, weniger offensiver Wahnsinn
Mathias Germann
Von Mathias Germann
@sport.ch
 
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Unzählige Male schlug es bei den ZSC Lions in der letzten Saison hinten ein. Auf eigenem Eis waren die Zürcher gar die Schiessbude der Liga. Nun glauben Sportchef Edgar Salis und Neo-Trainer Colin Muller, das Problem gelöst zu haben. Die Hoffnung auf mehr Gegenwehr trägt einen Namen: Duvie Westcott.

„Meine Eltern waren nicht besonders nett zu mir", sagt Duval Westcott und lacht dabei herzhaft. Der kanadische Neuzuzug der ZSC Lions mag es nicht, seinen echten Vornamen zu hören. Vielmehr will er einfach nur „Duvie" genannt werden, so kennen und nennen ihn auch alle. Was vielleicht nach einem niedlichen Kosenamen tönt, passt eigentlich überhaupt nicht zur Spielweise des 32-Jährigen. Denn auf dem Eis verwandelt sich der sonst so ruhige Kanadier in einen aggressiven und hart spielenden Verteidiger, der weder sich noch den Gegner schont.

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Westcott gibt Marschroute vor

Westcott ist ein perfektes Beispiel für die neue Strategie der ZSC Lions, die nach zwei Viertelfinal-Pleiten in den letzten beiden Jahren endlich wieder mehr erreichen wollen. In Zürich Oerlikon gilt für die neue Saison die Devise: Mehr Handwerk, weniger offensiver Wahnsinn. Sportchef Edgar Salis betont: „Wir wollen das kämpferische Element vermehrt in den Vordergrund rücken." Der 180 cm grosse und 87 kg schwere Westcott passt wie die Faust aufs Auge in dieses Konzept. Salis, früher selbst ein echter „Abräumer" in der Defensive, nennt seine Neuverpflichtung einen „Pitbull". Die zweifelhafte Ehre dieses Übernamens, der im Fussball Italiens Haudegen Gennaro Gattuso ebenfalls innehat, ist nicht negativ gemeint. Vielmehr ist er Ausdruck für die Aufsässigkeit, Robustheit und die grosse Einsatzbereitschaft der Athleten.

160 Gegentreffer in 50 Spielen

Ein Blick auf die Statistik der abgelaufenen Saison macht rasch deutlich, warum die ZSC Lions Westcott verpflichtet haben. Satte 160 Gegentreffer mussten die Löwen in 50 Qualifikationsspielen hinnehmen, 85 davon im Hallenstadion - bei keinem Team schlug es auf heimischem Eis öfter ein. „Wir mussten die Verteidigung stabilisieren", erklärt Colin Muller. Der vom Assistenz- zum Chefcoach aufgestiegene Schweiz-Kanadier will hinten endlich wieder dicht machen und „zuhause eine Macht werden."

Die Verpflichtungen von Andres Ambühl, Thierry Paterlini und Thomas Ziegler zielen ebenfalls darauf hinaus, dass die Gegner der Lions künftig auf mehr Widerstand stossen sollen. So liegen die Stärken der drei Stürmer unter anderem in ihrem geradlinigen und kompromisslosen Spiel in der Rückwärtsbewegung. „Das Ziel ist, den Gegner früh zu stören. Gelingt uns dies, werden auch unsere Verteidiger und Torhüter weniger Probleme bekommen als in der letzten Spielzeit", prognostiziert Salis.

Westcott und Murphy: Das Komplett-Paket

In den letzten zwei Jahren verloren die Zürcher mit Severin Blindenbacher und Beat Forster zwei Verteidiger höchster Qualität. Nun kommt der Abgang Radoslav Suchys, der nach drei Jahren wieder in seine slowakische Heimat zurückkehrt, eigentlich ungelegen. Mit der Erfahrung aus 201 NHL-Spielen mit den Columbus Blue Jackets sowie europäischen Saisons in Finnland und in der KHL (Dynamo Riga und Dynamo Minsk) soll Westcott die entstandene Lücke schliessen.

Doch der kahl rasierte Verteidiger kommt nicht alleine. Ebenfalls für zwei Jahre wird Cory Murphy die Schlittschuhe in Zürich schnüren. Mit der Verpflichtung des Weltmeisters von 2007 entschieden sich die ZSC Lions, gleich noch einen kanadischen Back ins Hallenstadion zu holen. Im Unterschied zu Westcott liegen die Stärken Murphys in der Spielgestaltung, zudem ist er ein echter Powerplay-Spezialist. Für keinen der beiden Spieler wird es das erste Abenteuer in der Schweiz sein: Westcott gewann mit Dynamo Minsk den letztjährigen Spengler Cup, und Murphy stand während 44 Spielen in der Saison 2005/06 im Dress von Fribourg-Gottéron auf dem Eis. Zusammen mit Blaine Down und Domenico Pittis stehen zwei weitere Vertreter des Eishockey-Mutterlands bei den Lions unter Vertrag. Keeper Ari Sulander, bei dem man auf eine baldige Einbürgerung hofft, komplettiert das Ausländer-Quintett.

Kracht es in der „Halle" bald wieder?

Werden es die Lions schaffen, ihre anfällige Defensive dank den Neuzuzügen zu stabilisieren? Mit den getätigten Verpflichtungen wurde auf dem Papier alles dafür getan. Ob es gelingt, weiss momentan wohl höchstens der berühmte Hallenstadion-Geist. Auch dank Westcott spricht allerdings viel dafür, dass es in der nächsten Saison an den Banden des Hallenstadions ordentlich krachen wird.

Von Mathias Germann

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Kommentar von Maximus Balkonius zum Artikel
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'' das glaube ich!! und Martin Gerber Torwart????? ''
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