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Holland ist auch im Wallis Trumpf

Holland erlebt fussballerisch gerade einen Höhenflug. In Südafrika sorgte die Nationalmannschaft für sehr positive Schlagzeilen. Vielleicht kein Zufall, dass sich der FC Sion jetzt mit Michael Dingsdag gerade mit einem einem Oranje-Kicker verstärken will. Die Frage lautet nur: Darf er auch spielen?

Der FC Sion ist immer für Schlagzeilen zu haben. Vor dem Saisonstart hängt ein grosses Fragzeichen über dem Verein. Noch steht nicht fest, ob die neu verpflichteten Spieler den Rasen der Super League-Stadien überhaupt betreten dürfen. Das Theater um die schon vor über einem Jahr verhängte Transfersperre der FIFA geht weiter.

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FIFA verhängt Transfersperre

Worum geht es überhaupt? Vor über einem Jahr ist dem FC Sion von der FIFA eine Transfersperre für zwei Perioden (Sommer und Winter) auferlegt worden. Hintergrund war, dass Sion den Goalie Essam El Hadary vom ägyptischen Verein Al Ahly Sporting heraus gekauft hatte, obwohl von seinem damaligen Verein keine Einwilligung für einen Transfer vorlag. Seiter ist ein regelrechter Juristenstreit entbrannt: Sion-Präsident Christian Constantin intervenierte beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne, worauf dieser die Sanktion vorübergehend ausser Kraft setzte.

Im Juni dieses Jahres ist nun aber auch das CAS zum Schluss gekommen, dass die Sperre der FIFA rechtens ist. Der Schweizerische Fussballverband weigert sich seither Spielberechtigungen für Neuzugänge des FC Sions auszustellen. Der Verein zieht den Fall ans Bundesgericht weiter. Geht dieses auf den Fall ein, würde die aufschiebende Wirkung erneut in Kraft treten und die Transfers könnten vorübergehend stattfinden. Bei einer Bestätigung des FIFA-Urteils wären Transfers für Sion dagegen nicht mehr möglich. Es würden aber weitere Fragezeichen bestehen, weil die FIFA einen Formalfehler begangen hatten, in dem sie nicht auf die „Olympique des Alpes SA" verwies, wie die Profiabteilung des FC Sions korrekt heisst. Zudem hat der Verein die bisherigen Transfers vor der Bestätigung des Urteils des CAS getätigt.

Transfers laufen weiterhin

Wie dem auch sei, der FC Sion hat für diese Saison neben Zuzügen aus der Nachwuchsabteilung auch schon Transfers durchgeführt: Dazu zählen Jonas Elmer (von Aarau), Hicham El Aroui (von KAC Kenitra/Marokko) und Michael Dingsdag (vom SC Heerenveen). Alle kamen in Testspielen schon zu Einsätzen. Sportchef Fredy Chassot äussert sich gegenüber dem Walliser Landboten zuversichtlich, was die Spielberechtigung für den Super League-Start betrifft: „Wir ziehen den Fall weiter, alle drei werden zum Start in Bellinzona (18. Juli) lizenziert sein."

Challandes am Ruder

Keine Frage bezüglich Lizenzierung bestehen beim neuen Mann an der Seitenlinie. Bernard Challandes hat sein Amt pünktlich zum Saisonauftakt angetreten. Angesprochen auf das „Transfertheater" äusserte sich Challandes, dass er davon ausgehe die Neuzugänge mit Beginn der Spielzeit 2010/11 einsetzen zu können.

Challandes bringt einen frischen Wind nach Sion. Viele sind gespannt wie er mit dem bisherigen Alleinherrscher Christian Constantin harmonieren wird. Kommen die zwei sehr impulsiven Typen auch nach der ersten möglichen Krise noch miteinander klar? In sportlichen Fragen wird sich Challandes sicher nicht von seinem Weg abbringen lassen und ein Einmischen nicht tolerieren. Er hat klare Vorstellungen, wie seine Mannschaft spielen soll: Intensives Kurzpassspiel, offensiv, schnell und kompakt sind Schlagworte, die den Stil des Jurassiers kennzeichnen.

Gesucht: Abwehrchef

Momentan wird viel an der Physis gearbeitet, damit das Team zum Saisonstart bereit ist. Ein weiteres Markenzeichen von Challandes ist es, auf einen starken Abwehrpatron zu setzen. In Zürich hatte Hannu Tihinen diese Rolle über mehrere Jahre inne. Bei Sion scheint der wichtige Posten an einen Neuzugang zu gehen: Michael Dingsdag, 27 Jahre, Holländer.

Dingsdag spielte die vergangenen vier Spielzeiten beim SC Heerenveen in der holländischen Eredivisie. Zuvor startete er seine Profikarriere bei Vitesse Aarnheim, einem weiteren Verein aus der obersten holländischen Liga. Bei Heerenveen kam er über hundert Mal zum Einsatz. Im vergangenen Jahr holte er mit dem Pokalsieg seinen einzigen Titel im Profifussball. 2004 spielte er für die holländische Olympiaauswahl.

Positive Eindrücke

Die Eindrücke aus den ersten Testspielen waren durchwegs positiv. Der Holländer tritt ballsicher auf, zeigt gutes Stellungsspiel und kann auch einiges zur Angriffsauslösung beitragen. In seinen ersten Spielen dirigierte er sofort die Abwehr, was Trainer Bernard Challandes besonders freut: „Wir haben nicht nur einen starken Spieler, sondern auch einen Leader geholt." Bei Heerenveen hatte Dingsdag das Kapitänsamt inne und sich als Führungsspieler etabliert. Mit einer langen Angewöhnungszeit an den Schweizer Fussball ist nicht zu rechnen, einzig die Sprache könnte im Wallis zu einem kleinen Problem werden. Im Moment gibt Dingsdag seine Kommandos in Englisch.

Auf dem Platz zeigt der 1.89 Meter grosse Dingsdag wenig Schwächen. Wenn er an etwas arbeiten muss, dann möglicherweise an seiner Torgefahr: In vier Jahren bei Heerenveen hat er gerade mal zwei Tore geschossen. Andererseits ist das sicherlich  nicht seine primäre Aufgabe. Geholt wurde er für das Verhindern von Toren. Mit 57 Gegentoren rangierte der FC Sion letztes Jahr im Mittelfeld und praktisch gleichauf mit Vereinen wie dem FC Zürich, dem FC Luzern, Xamax und St. Gallen.

Wir sind gespannt, ob Dingsdag seine Aufgaben im Wallis wahrnehmen kann. Auf der Seite des SFV wird der Transfer noch nicht als fix gemeldet, alle Signale aus dem Wallis stehen aber auf grün. (psc)

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USER KOMMENTARE
'' Na ja war klar. Mit lozärn passiert das gleiche wie letztes jahr. In der hinrunde spielten die weit über ihren möglichkeiten. Das geht halt ned ne ganze saison, zudem ohne hatsch. Wenn sie glück haben kommen sie auf platz 3. Yb ist das einzige team das den FCB noch ein klein wenig fordern kann, aber natürlich auch ned wirklich ''
Kommentar von Roland zum Artikel
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'' Also ich lese hier viele gute Artikel, da sei ein Ausrutscher mal verziehen... ''
Kommentar von Werner zum Artikel
Der FCB lässt die Transferbombe platzen
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