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Das Bestmögliche rausgeholt
Das Bestmögliche rausgeholt
Die Strapazen in dieser Saison waren gross.

Die Strecke im heutigen Weltmeisterschafts-Strassenrennen war wohl nicht die beste für meine Verfassung. Der 16 Kilometer lange Rundkurs war kurz aber intensiv. Über die beiden giftigen Steigungen pro Runde sind alle immer in vollem Tempo gefahren. Ich war in dieser kurzen Zeit immer am Limit, habe trotzdem das Bestmögliche aus mir rausgeholt und blieb ruhig und gelassen, auch als die grosse Gruppe mit 32 Leuten weg war. Ich merkte bald, dass heute nicht mehr drin liegt, vor allem als ich dann auch noch unter Krämpfen litt. Schliesslich blieb nach 262,7 Kilometern der 50. Rang.

Ich habe mich voll auf die beiden Rennen konzentriert, auch wenn ich gerne Australien besser kennen gelernt hätte. Ich habe kein Känguru und keinen Koalabären gesehen. Vielleicht kann ich das ein anderes Mal nachholen.

Das Schweizer Team leistete eine sehr gute Teamarbeit, ich erhielt eine grosse teaminterne Unterstützung und auch der Support der australischen Radfreunde am Strassenrand war sehr gut - auch wenn sich dies schliesslich nicht auf unsere Resultate niederschlug. Erstmals mussten wir ohne Funk-Radio arbeiten und sammelten dabei gute Erfahrungen. Erfahrungen, die uns hoffentlich bei unseren nächsten Einsätzen mit dem Nationalteam helfen.

Bin ich enttäuscht? Sicher habe ich vom heutigen Rennen mehr erwartet. Doch ich mache mir keinen Vorwurf, ich muss zufrieden sein. Meine Form war nicht so gut wie im Vorjahr in Mendrisio. Mit jener Form hätte das heutige Rennen anders ausgehen können. Dennoch war es ein interessantes Weltmeisterschaft-Rennen mit Thor Hushovd als würdigem Sieger.

Ich hoffe, dass die heute gesammelten Erfahrungen uns als Nationalteam und mich als Fabian Cancellara weiter bringen.

Meine Rad-Geschichte 2010 ist somit geschrieben. Ich habe in dieser Saison mit der Flandern-Rundfahrt und Paris - Roubaix zwei Klassiker gewonnen, habe an der Tour de Suisse und an der Tour de France das Leadertrikot getragen. Hier in Australien gewann ich den vierten Weltmeistertitel im Zeitfahren, das hat vor mir noch keiner erreicht.

Die Saison ist nun zu Ende. Ich freue mich, morgen zu meiner Familie zu fliegen und den Weltmeistertitel zusammen mit Familie und Freunden zu feiern.

In welchem Team ich kommende Saison fahren werde, kann ich derzeit noch nicht sagen. Mein nächstes Team wird meine Familie sein.

Fäbu


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