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Darum hat es Yakin einfacher als Forte
Darum hat es Yakin einfacher als Forte
Robert B. Lauber: ''Basel ist mental im Vorteil''

''In einem Endspiel gelten eigene Gesetzte'' - dieses Bonmot hört man immer wieder im Sport. Auch jetzt, vor dem Cup­‐Final zwischen dem FC Basel und GC in Bern. Das stimmt tatsächlich, ist ein solches Spiel doch eine einmalige Sache, ein Höhepunkt für jeden. Was in der Meisterschat war, spielt keine Rolle mehr.

Gibt es darum auch keinen Favoriten? Ich möchte bei der Beantwortung dieser Frage nicht die Stärken und Schwächen der Mannschaten oder deren taktischen Ausrichtungen analysieren - dafür bin ich nicht zuständig. Es gibt genügend Experten, die das besser können. Nein, ich möchte an diesem Punkt den psychologischen Aspekt des Endspiels anschauen, der extrem spannend ist. Ich nehme es vorweg: Für mich ist der FCB dabei im Vorteil.

Der grosse Pluspunkt der Bebbi ist, dass sie als Team in dieser Saison oft unten durch mussten, sich aber immer aufgerafft haben und vor allem in der Europa League sehr enge Partien für sich entscheiden konnten. Denken wir doch an den Sieg gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk, als man auf dramatische Art und Weise triumphierte. Solche Erlebnisse schweissen ungemein zusammen.

GC hat nichts dergleichen durchgemacht. Die Saison lief lange gut, man ritt auf einer Erfolgswelle. Dann folgten einige harte Niederlagen, wie zum Beispiel beim 0:4 gegen YB. Und auch wenn man zuletzt mit dem gleichen Skore Sion schlug, so bin ich mir nicht sicher, ob die Spieler mental ''schon über dem Berg'' sind.

Dass bei Basel unglaublich viele Spieler bereits Titel gewonnen (und einige verspielt) haben, bei GC aber ausser Stéphane Grichting praktisch keiner die Erfahrung solcher Schlüsselmomente hat, könnte ebenfalls eine Rolle spielen.

Um den FCB muss man sich also nicht kümmern, da wissen praktisch alle, was zu tun ist. Alleine eine mögliche Überheblichkeit könnte dem Team mental in den Weg kommen.

Für mich steht fest: Uli Fortes Aufgabe ist im deutlich schwieriger als jene Murat Yakins. Er muss darauf achten, dass seine Athleten an dieser extremen Drucksituation Cup‐Final nicht zerbrechen oder durch Übermotivation blockiert werden. Ich halte Forte für einen sehr guten Motivator, nun muss er aber auch sehr feinfühlig sein. Vor allem junge Spieler tendieren nämlich dazu, den Bogen der Vorfreude zu überspannen. Passiert dies, verlieren sie das Intuitive, das während einem Match so wichtig ist. Der Kopf muss frei sein - und Forte muss spüren, bei wem er im Vorfeld noch gut zureden muss. Sonst drehen die GC-Räder plötzlich durch.

Das mentale Ziel ist für alle Sportler muss vor so wichtigen Wettkämpfen stets das Gleiche sein: In der höchsten Anspannung locker zu bleiben. Nur so kann man seine Bestleistung abrufen. Doch was kann man tun, damit dies gelingt?

Die Arbeit passiert wie gesagt hauptsächlich im Vorfeld der Partie. Ist das Seil der Nervosität bei einem Spieler zu gespannt, muss er es wieder loslassen können. Das geht am besten mittels einer Lockerung Muskeln, zum Beispiel in einer Massage. Diese soll nicht auf eine Körperpartie fokussiert sein, sondern der reinen Entspannung dienen. Auch eine geeignete Methode ist, sich visuelle Vorstellungen zu machen, was in der Zukunft sein könnte. Also zum Beispiel, wie man nach dem Spiel die Treppe im Stadion hochgeht, den Pokal in die Höhe stemmt, mit den Fans jubelt. Damit weckt man positive Emotionen. Ebenso kann man sich in seiner Phantasiereise vorstellen, wie man während der Partie auf verschiedene Gegebenheiten reagieren möchte. Im Unterbewusstsein hat man dann vieles ''schon erlebt'', sodass man auf dem Rasen nicht überrascht wird.

Wie der Cup‐Final ausgehen wird, wage ich nicht vorauszusagen. Was ich aber mit Bestimmtheit weiss: Das Duell zwischen Basel und GC wird zu einem Grossteil im Kopf entschieden. Nicht während, sondern - auch während es paradox tönt - schon vor dem Spiel und vor allem in der Halbzeitpause. Wer hinten liegt, muss in der Pause in der Lage sein, den Turbo zu zünden und eine kontrollierte hohe Tourenzahl für die zweite Halbzeit zu aktivieren.

Von Robert B. Lauber

Robert B. Lauber ist Sportmentaltrainer SASP. Er leitet die mentale Ausbildung der Leistungssportförderung Basel und ist Ausbildungsexperte und Kursleiter bei Jugend+Sport. In seiner 25 jährigen Erfahrung hat er mentale Stärke und Sportmentaltraining auch bei der SBB, die Post, UBS, Shell unterrichtet. Sein Motto: Erfolg beginnt im Kopf - aber auch die Niederlage. Er widmet sich vorwiegend der Nachwuchs- und Talentförderung (www.sportmental.info)

Hinweis: sport.ch wird am Montag live vom Cup-Final berichten. Ab 14:00 Uhr liefern wir vor Ort die aktuellsten News und Hintergründe zum Spiel. Dann können Sie die Partie ab 16:00 Uhr als Live-Stream im 360Player oder im altbewährten Live-Ticker verfolgen. Und schliesslich liefern wir alle Reaktionen und Analysen nach dem Spiel. Wir wünschen viel Spass!


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'' Absolut lächerlich sport.ch ''
Kommentar von Ralph zum Artikel
''Der Grasshopper Club entschuldigt sich''
'' Was hat das ganze mit dem zu tun? Pyros sind nicht nur in Stadion verboten, sondern auch ausserhalb! Wäre es Sache des Vereins/Stadioninhabers, wären Pyros bei einigen Vereinen Erlaubt! Aber wiedereinmal traurig wie man da unterscheidet! Fans werden wie Schwerverbrecher behandelt, andere bekommen aber wieder einen Sonderstatus! Legalize! ''
Kommentar von Kusi zum Artikel
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