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Aufschwung in Ambri: Der Pelletier-Effekt
Sebastian Kälin
Von Sebastian Kälin
 
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Unter Kevin Constantine hat Ambri in 14 Spielen nur zwei Mal gewonnen, zehn Niederlagen in Serie brachten die Leventiner in eine äusserst prekäre Lage.

Seit sein Nachfolger Serge Pelletier die Tessiner übernommen hat, zeigt die Leistungskurve aber steil aufwärts. Viel verändern konnte der Schweiz-Kanadier in der kurzen Zeit noch gar nicht, wie Kapitän Paolo Duca gegenüber sport.ch erklärt. Etwas sei aber neu: "Für ihn ist wichtig, dass wir schneller und direkter in die Offensive gehen, ohne zu viel Organisation."

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Der Stürmer spricht damit das schnellere Umschalten an, mit dem die Leventiner wie vom Coach gewünscht ihre Gegner zu überraschen versuchen, was ihnen bislang gut gelang.

Duca: ''Er brachte positive Energie''

Seit Pelletiers Debüt am 23. Oktober hat Ambri vier Mal gewinnen können und nur zwei Niederlagen einstecken müssen. Wobei die erste sich eigentlich gar nicht so anfühlte. Warum? Blicken wir zurück.

''Pelletier kam am Dienstagmorgen, vor der Partie gegen Biel, da konnte er taktisch noch nicht viel verändern", so Duca. "Aber er brachte positive Energie und ein bisschen Moral, gab uns Selbstvertrauen."

Dieses stellte Ambri denn auch unter Beweis, konnte die Squadra doch einen 4:1 Rückstand kurz vor Schluss innert drei Minuten noch ausgleichen. Dass man im Penaltyschiessen letztlich doch noch unterlag, war laut Duca nicht entscheidend. Denn: Man habe viel Moral tanken können. 

Was für ein Einstand

Nur drei Tage später schenkte das Team seinem neuen, alten Trainer einen Erfolg, der ihn besonders gefreut haben dürfte. Man bezwang Fribourg-Gottéron, den letzten Arbeitgeber des bald 47-jährigen, in dessen eigener Stube 4:5, ebenfalls nach Penaltys. Der Treffer, der die Partie überhaupt in die Verlängerung schickte, gelang Inti Pestoni unglaubliche 0,3 Sekunden vor Schluss.

Danach folgten Siege über den ZSC, Langnau und ein Erfolg im Derby über Lugano, der ein Lächeln auf das Gesicht jedes gebeutelten Ambri-Fans gezaubert hat.

Geht es so weiter, dann darf der Schweiz-Kanadier wohl über das Saisonende hinaus mit einem Verbleib in der Leventina rechnen. Pelletiers Vertrag ist zwar Leistungsgebunden, Details will man von Seiten des Klubs aber nicht preisgeben.

Warum erst jetzt?

In Anbetracht des Aufschwungs muss man sich in Ambri die Frage gefallen lassen, ob ein Trainerwechsel nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt Sinn gemacht hätte. ''Nein'', ist Jean-Jacques Aeschlimann überzeugt.

''Die Mannschaft wollte in dieser Phase selber nach Lösungen suchen und einen internen Prozess durchlaufen'', verrät der Ende Saison zurücktretende Sportchef, ''Hätten wir zu diesem Zeitpunkt den Wechsel vollzogen, dann hätte sich das Team auf die Massnahmen des Klubs konzentriert und nicht auf die eigene Arbeit.“

''Dass das Team selbst nach einem Ausweg suchte zeigte uns: Die Mannschaft ist intakt. Sie hat Charakter gezeigt und dies stimmt mich zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind."

Der Zug ist noch nicht abgefahren

Trotz den zehn Punkten Rückstand auf den zehnten Tabellenrang glaubt Aeschlimann noch an die Play-Off-Qualifikation: "Wenn wir drei Mal gewinnen ist es nur noch ein Punkt. Die anderen Mannschaften punkten auch, aber da vorne ist es sehr dicht.“

Ein weiterer, unkontrollierbarer Faktor könnte Ambri in die Karten spielen: ''Wenn der Lockout endet, dann werden einige Teams sich reorganisieren müssen - das wäre für uns ein Vorteil", verweist der ehemalige Lugano-Star auf die wiederaufgenommenen Verhandlungen in Übersee.

''Schauen von Tag zu Tag''

Als Ziel will er das erreichen der besten Acht allerdings nicht mehr verstehen: "Wir sprechen nicht mehr von Zielen sondern schauen von Tag zu Tag."

Momentan zählt also vor allem etwas: Man geniesst die wieder gefundene Spielfreude und verwöhnt die treue Curva Sud mit positiven Resultaten. (ska)

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