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06.03.2013 Forster muss wieder ''böse'' werdenKaum ein Spieler polarisiert eigene und gegnerische Fans so wie es Beat Forster tut. Vom eigenen Anhang wird er für seine Solos geliebt – doch gleichzeitig stehen ihnen auch immer die Haare zu Berge, wenn der Appenzeller wieder einmal einen unerklärlichen defensiven Aussetzer hat, so wie in Spiel 2 der Serie ZSC gegen HCD. Genauso wie Reto von Arx im Sturm ist auch Beat Forster in der Verteidigung überlebenswichtig für den Rekordmeister. Jedoch zog er am Dienstagabend im zweiten Playoff-Viertelfinalspiel einen rabenschwarzen Abend ein. Beim 0:1 bewunderte er den glänzenden Topskorerhelm von Thibaut Monnet, anstatt diesen am Torschuss zu hindern. Nur wenige Minuten später "begleitete" er den Zürcher Youngster Luca Cunti bei dessen Solo durch das Davoser Drittel – 0:2.
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Playoffs: Ergebnisse und Serien Playoffs: Topskorerliste Playoffs: Strafenliste Playouts: Ergebnisse und SerienDas 1:3 der Zürcher in Unterzahl allein Forster anzuhängen wäre übertrieben, jedoch muss sich der gesamte Überzahlblock des HCD (inklusive Forster) den Ausdruck "Hühnerhaufen" wohl gefallen lassen. Beim entscheidenden 3:4 kann der Appenzeller den Pass von Monnet auf Marc Bastl nicht unterbinden und der Zürcher braucht nur noch einzuschieben. Spektakulär aber fehlerbehaftet Was aber Forster wie auch den HCD ausmacht sind die Nehmerqualitäten und das "niemals aufgeben". Schon manches Spiel und manche Serie wurde gedreht, viel fehlte nicht und auch Spiel 2 wäre gekippt. Vom 1:3 zum 3:3, das Momentum schien auf Davoser Seite. Doch für einmal schnappten sich die Lions den Sieg. 1:1 steht es in der Serie und die Bündner müssen abermals das Hallenstadion einnehmen, um das Duell zu gewinnen. Forster spiegelt den HCD 2012/2013 auf markante Weise wieder – offensiv spektakulär und spielfreudig, defensiv fehleranfällig und zuweilen unkonzentriert. Der 98-Kilo-Brocken schaffte bei den Bündnern 2001 den Durchbruch. Zur Zeit spielt er bereits seine zehnte NLA-Saison im gelb-blauen Dress, unterbrochen von drei Jahren im Trikot des Playoff-Gegners ZSC Lions. Im Jahr 2002 wurde er von den Phoenix Coyotes in der dritten Runde an 78. Position gedrafted, schaffte den Sprung in die nordamerikanische Eliteliga aber nie. In den ersten Jahren seiner Karriere fiel er weder als grosser Punkte- noch Strafensammler auf. ZSC machte Forster "böse" Mit seinem Wechsel in die Limmatstadt explodierte vor allem Forsters Strafminuten-Zahl. In zweieinhalb Saisons im Unterland sammelte der 30-Jährige in 119 Spielen 254 Minuten in der Kühlbox. Aber auch offensiv konnte er sich steigern, 2007/2008 war mit 14 Toren und 11 Assists seine bis dahin produktivste Spielzeit. Der Appenzeller fiel immer mehr durch Unsportlichkeiten auf – so auch in der Finalserie 2008 mit einem Stockschlag ins Gesicht von Servette-Stürmer Thomas Déruns. Die Meisterschaft gewann er mit den Löwen dennoch, einer von fünf Meistertiteln im Palmarés von Forster. Dann machte der sensible Verteidigerhüne im Dezember 2008 von sich reden - aber neben dem Eis. Von heute auf morgen brach er seinen Vertrag und wollte zurück ins Landwassertal. Die über 500 000 Franken Strafe – Forster selber übernahm einen Teil der Summe – nahmen die Davoser gern in Kauf, wussten sie doch, was sie am Herisauer hatten und wie sie mit ihm umzugehen haben. Im Kopf soll er bereits seit einiger Zeit wieder bei seinem Ex-Club gewesen sein. Zurück in Davos, bei seinem Mentor Arno del Curto, wurde er 2009 und 2011 abermals Schweizer Meister, als eine der wichtigsten Teamstützen. Der Davoser Coach "steht" auf seinen Verteidigungsminister, gibt ihm regelmässig am meisten Eiszeit, 5 gegen 5, Unterzahl, Überzahl, die Nummer 29 steht auf dem Eis. Forster wird im Team als ruhiger, angenehmer Zeitgenosse geschätzt, die ganz jungen Teamkollegen sehen in ihm eine Vaterfigur. Vor allem der Tessiner Samuel Guerra, lange Zeit Forsters Verteidigerkollege, schwärmt vom bärtigen Appenzeller. Altersmilde? Forster ist merklich ruhiger geworden, nimmt weniger sogenannte dumme Strafen und lässt sich auch weniger auf Faustkämpfe ein. Doch er kann es nie ganz lassen, dies spürte auch Mark Bomersback von den SCL Tigers. Der Kanadier wurde von Forster, nach dessen Attacke auf Leonardo Genoni, mit sicher 15 Faustschlägen auf dem Schweizer Eis begrüsst. Doch mit seiner "Altersmilde" schlichen sich auch immer mehr defensive Fehler ein. Unerklärliche Abspielfehler nahmen zu, seine Plus-Minus-Bilanz fiel auf ein Allzeit-Tief. Da stellt sich die Frage, wie er seinem Team mehr nützt – indem er pro Spiel 4 Minuten auf der Strafbank sitzt oder indem er mit Unkonzentriertheiten den Gegner zum Tore schiessen geradezu einlädt? Von Florian Brauchli |
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