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Rückblick auf die Gruppe Torriani
Team Schweiz dank starker Breite zum Spengler Cup Triumph?
29.12.2017, 18:39
Von sport.ch
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Die Gruppenphase des Spengler Cups ist bereits vorbei und wir haben jede Mannschaft zweimal gesehen. Ein idealer Moment, um kurz auf die letzten drei Tage zurückzuschauen und die Chancen der einzelnen Teams noch einmal zu betrachten. Wo haben die drei Teams in der Gruppe Torriani geglänzt, und in welchen Sparten müssen sie bis am Silvestermittag noch zulegen? Und kann eines dieser Teams den Spengler Cup gewinnen? Die Antwort gibt es hier im grossen Gruppen-Rückblick!

Team Suisse: Die Last ruht auf vielen Schultern

Das „Team Suisse“ – die Schweizer Nationalmannschaft – glänzt bislang insbesondere durch ihre Breite. Mit zehn Treffern in zwei Spielen treten sie dominant auf und haben keinen einzigen schwächeren Block. Besonders auffällig: Zehn verschiedene Spieler haben bislang ein Tor erzielt. Die Schweizer treffen auch aus allen möglichen Positionen: Drei Tore gegen Riga wurden von Verteidigern erzielt, und nebst den Treffern aus schnellen Kontern scoren die Schweizer nun auch mit Ablenkern, wie Reto Schäppi gegen HPK eindrucksvoll bewies. Und zu guter Letzt gibt es auch überhaupt kein Goalieproblem: Sowohl Genoni als auch Boltshauser zeigten überzeugende Spiele.

Team Suisse: Ladehemmung in Überzahl

Mit einem Mann mehr läuft der Puck bislang noch nicht für die Schweizer Nati. Gegen Dinamo Riga und Hämeenlinna PK erzielte das Team Suisse keinen einzigen Treffer im Powerplay, obwohl es ihnen nicht unbedingt an Chancen mangelt. Die Schweizer sind in Überzahl engagiert und spielen ein optisch starkes Powerplay, aber bislang fehlt es ihnen am nötigen Quäntchen Glück. Das könnte in den Finalspielen gegen Teams wie Kanada oder Davos aber ein Problem werden, wenn die Schweizer wohl nicht mehr so einfach durch die Abwehr tanzen können wie gegen ein überfordertes Dinamo Riga oder ein erschöpftes HPK.

Dinamo Riga: Gefahr durch Konter

Die Letten von Dinamo Riga zeigten in Davos zwei verschiedene Gesichter. Das Startspiel gegen die Schweiz ging für die KHL-Mannschaft völlig daneben, sie waren mit der Nati völlig überfordert und vor allem im ersten Drittel nicht bereit. Aber gegen HPK hat Riga gezeigt, zu was diese Mannschaft fähig ist: Sie verteidigten sich solide und mit viel Einsatz, und nach vorne sorgten Miks Indrasis und Danny Kristo für viel Gefahr. Jeder Fehler von HPK sollte sofort ausgenutzt werden, das war die Idee von Dinamo Riga – und damit brachten sie die Finnen zu Boden. Falls Mountfield HK ihnen ähnlich viele Chancen gibt wie Hämeenlinna, können die Letten durchaus den Halbfinal gegen Kanada erreichen.

Dinamo Riga: Das Problem mit dem Tempo

Das Startspiel offenbart jedoch auch die Schwächen von Dinamo Riga. Nebst dem etwas inkonsistenten Spiel von Goalie Mantas Armalis zeigte sich bei den Letten ein gravierender Mangel bei der Tempofestigkeit. Gegen die Schweiz wurden sie Mal für Mal leichtfertig überlaufen und mussten sich wie im Training vorführen lassen oder zu unfairen Mitteln greifen. Gegen HPK, das weniger auf Tempohockey setzte und mehr über Kampf und Einsatz kam, konnten die Letten sich dann rehabilitieren. Wenn Riga diese Probleme nicht in den Griff bekommt, dürfte es spätestens im Halbfinale gegen die Kanadier schwer werden.

HPK: Ein tödliches Powerplay

Die Finnen sind bezüglich ihrer erzielten Tore so etwas wie die Antithese der Schweizer. Die Nati konnte in Überzahl kein einziges Tor erzielen, HPK traf hingegen nur in Überzahl. Drei Powerplaytreffer brachten die Finnen in die Verlängerung gegen Dinamo Riga, gegen die Schweiz war allerdings dann Schluss mit der Herrlichkeit. In diesem Spiel bewies man dafür eine andere Form von „Power-Play“: HPK zeigte grossen Einsatz und konnte die Schweizer mit viel Energie in der Startphase zurückdrängen. Wenn sie den HCD ebenfalls derart überlaufen können, dann müssen sich die Davoser festhalten, um nicht früh in Rückstand zu geraten.

HPK: Halten die Finnen durch?

Gegen die Schweiz offenbarte die Mannschaft aus Finnland aber auch ein grosses Problem: Im zweiten und dritten Drittel brach Hämeenlinna regelrecht ein und schoss in 40 Minuten gerade mal fünfmal aufs Tor der Schweizer. Diese Statistik dürfte HPK beunruhigen, denn das Team spielt heute ausgerechnet gegen die schnellen Davoser das dritte Spiel in drei Tagen, und im Falle eines Sieges wartet schon 24 Stunden später die Revanche gegen die Schweiz. Die Finnen bräuchten bei diesem Highspeed-Programm eigentlich eine kurze Pause, diese liegt aber im Spengler-Cup- Programm nicht mehr drin. Damit scheint es unwahrscheinlich, dass HPK sein energetisches Spiel durchziehen kann – aber genau das wäre der Schlüssel zum Halbfinal.

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