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EISHOCKEY SWISS LEAGUE
Rapperswil hat mit dem Matchpuck zuhause alle Vorteile auf seiner Seite
Ist die Entscheidung in der Swiss League nun gefallen?
06.04.2018, 11:30
Von sport.ch
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Das letzte Spiel in Olten war das Schicksalsspiel für die Solothurner: Nach der Niederlage im Kleinholz ist nicht nur die „Festung“ Olten gefallen, es sind nun auch zwei Siege am Obersee gegen den im Playoff zuhause noch ungeschlagenen SC Rapperswil-Jona nötig. Ausserdem braucht es zum Meistertitel nun auch drei Siege in Serie gegen die Lakers, die über die ganze Saison noch nie zweimal hintereinander verloren. Was ist für Rapperswils Pole-Position zum ersten Meistertitel seit dem Abstieg verantwortlich?

Nach dem dritten Spiel schien Olten eine reale Chance auf den Titel zu haben: Rapperswil schien weniger kämpferisch und leidenschaftlich als Olten, das vor allem in Spiel 2 jedem Puck nachsetzte und die Checks aggressiv fertigmachte. Mit dieser Leidenschaft und einem überragenden Matthias Mischler schien es, als könnte Olten mit einem zweiten Heimsieg das Momentum auf seine Seite zwingen. Mit dem 0:3 vom Mittwoch zeigt Rapperswil jedoch, dass es in den schwierigen Spielen 2 und 3 seinen Kampfgeist wieder gefunden hat. Gleichzeitig ist Mischler nicht mehr der Held im Tor, der das erste Heimspiel für den EHC Olten gewinnen konnte, sondern „nur“ noch ein guter Swiss-League-Torhüter. Damit kehrt sozusagen wieder die Normalität ein, in der Rapperswil zu favorisieren ist. Welche Faktoren entscheiden die Partie für Rapperswil?

Faktor 1: Heimvorteil

Die Heimstärke des SCRJ ist ein zentraler Faktor für den jetzigen Erfolg, müssen die Gegner doch stets mindestens einmal in Rapperswil gewinnen. Zwar ist das Rapperswiler Heimstadion auch im Playoff-Final bisher nicht ausverkauft, aber für Swiss-League-Verhältnisse dennoch stets gut besucht und hinter den Publikumsmagneten Olten und Visp die Nummer drei in der Besucherstatistik. Ausserdem haben die Fans am Zürichsee schon im Cup und nun auch wieder im Playoff bewiesen, dass sie gehörig Stimmung machen können. Das scheint die Rapperswiler zu motivieren, insbesondere dann, wenn es wie am Montag etwas harzig läuft.

Faktor 2: Melvin Nyffeler

Melvin Nyffeler war bereits in der Qualifikation der dominante Torhüter der Swiss League. Im Halbfinale schwächelte er jedoch etwas, während Oltens Matthias Mischler zum besten Goalie der Liga wurde. Aber jetzt hat sich Nyffeler wieder gefangen und spielt eine herausragende Finalserie. Mit zwei Shutouts konnte er die Oltener Offensive frustrieren und zeigte vor allem in schwierigen Momenten, wie zum Beispiel im Mitteldrittel am Mittwoch mit einem Schussverhältnis von 16:5 für Olten seinen Wert für Rapperswil.

Faktor 3: Die Stars sind bereit

Oltens Trumpfkarte war bislang die National-League-erprobte Schweizer Sturmlinie um Topscorer Lukas Haas und Evgeni Chiriaev. Dieser Linie hat jedoch nach vier Spielen noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto. Auch die Ausländer McClement, Sharp und Ihnacak waren bislang wirkungslos. Bei Rapperswil hingegen sieht es komplett anders aus: Steve Mason spielt mit bislang vier Assists kräftig auf, Michael Hügli zeigt mit drei Toren in vier Spielen ebenfalls eine tolle Leistung und die Verteidigung der Lakers ist schon seit dem ersten Spiel grundsolide.

Faktor 4: Defensive Arbeit

Der SC Rapperswil-Jona hat besonders am Mittwochabend defensiv überzeugt. Im letzten Drittel wollte Olten noch einmal ein offensives Feuerwerk zünden und die Partie noch einmal drehen, aber rannte gegen eine dichte Verteidigung an. Das Geheimnis der Rapperswiler Hintermannschaft ist vor allem ein extrem solidarisches Backchecking. Immer wieder leisten Scorer wie Dion Knelsen oder Sven Lindemann wichtige Defensivarbeit, drängen die Gegner an die Banden oder blocken die Schüsse. Damit kommen die Oltener selten zu Überzahlsituationen und haben wie in Spiel 4 grosse Mühe, einen Rückstand noch zu drehen.

Faktor 5: Disziplin und Boxplay

In vier Spielen konnte Olten kein einziges Powerplaytor erzielen. Am Mittwochabend zeigte sich auch, warum: Rapperswil spielte ein aggressives Boxplay und drängte den EHCO an die Banden, während man vor dem Tor konsequent aufräumte. Dazu kommt noch eine herausragende Disziplin der Rapperswiler, die insbesondere angesichts der oft hart geführten Spiele dieses Finals beeindruckend ist. In den ersten drei Spielen durften die Lakers stets deutlich länger Powerplay spielen, dabei zweimal gar mehr als dreimal so lange wie Olten. Mit diesen Strafen nehmen sich die Oltener regelmässig selbst aus dem Spiel, selbst wenn Rapperswil die Überzahl nicht ausnutzen kann.

Die Niederlage der Rapperswiler in Spiel 2 und der lange Kampf im dritten Spiel, bis Maier und Hügli die späte Wende brachten, war wohl eher ein Betriebsunfall als ein Stolperstein. Rapperswil rannte oft vergebens gegen einen hervorragend auftretenden Matthias Mischler an, der seinem EHC Olten im zweiten Spiel gemeinsam mit einer starken Defensive den Sieg sichern konnte. Fällt Mischler jedoch wie im letzten Drittel des dritten Spiels oder am Mittwoch in Olten auf sein normales Niveau zurück, so ist der SCRJ überlegen und kann seine Stärken voll ausspielen. Um noch zurück in diese Serie zu kommen, muss Olten unbedingt weniger Strafen nehmen, die Linie um Haas und Chiriaev ihre Form aus dem Halbfinal wieder finden und vor allem Matthias Mischler sein bestes Hockey spielen. Ansonsten dürfte dieser Final schon bald zu Ende sein.

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