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EISHOCKEY
 
EISHOCKEY NATIONAL LEAGUE
Thomas Roost findet auch bei den Lions und den Lakers Gründe für Kritik
Auch die beiden Champions haben nicht alles richtig gemacht
28.04.2018, 13:45
Von sport.ch
DEIN KOMMENTAR
 

Eine der dümmsten Floskeln im Sport ist, dass man Sieger oft mit "alles richtig gemacht“ adelt. In der Umkehrlogik werden Verlierer und Absteiger meistens völlig übersteigert kritisiert. Wir sind derart resultatgläubig, dass sachlich kritische Analysen bei Champions oder Verlierern kaum möglich sind.

Ich bin mir sicher, dass wir in diesen Tagen im Eishockey-Medienwirrwarr vor allem Laudationen über die ZSC Lions und die Rapperswil Jona Lakers vorgesetzt erhalten. Ich will hier einen Kontrapunkt setzen und versuchen aufzuzeigen, was denn diese beiden Champions in dieser Saison alles falsch gemacht haben.

Zuerst aber auch von meiner Seite eine herzliche Gratulation den ZSC Lions zum Meistertitel und den Rapperswil Jona Lakers zum Aufstieg. Obwohl Glück im Eishockey bei Teams aus denselben Ligen der grösste Erfolgsfaktor darstellt (zwischen 35% und 40%) wird man nicht nur mit Glück Schweizer Meister und man steigt auch nicht nur mit Glück in die National League auf. Die ZSC Lions haben eine starke Mannschaft und wurden in einer meiner Kolumnen im Spätsommer als knapper Meisterschaftsfavorit vor dem SC Bern genannt. Allerdings ging ich bei dieser Analyse von einem gesunden Robert Nilsson aus. Das heisst, die Verantwortlichen haben es in den letzten Jahren geschafft, einen so genannten "Contender" zusammenzustellen, ein Team das Jahr für Jahr realistische Chancen hat, den Meistertitel gewinnen zu können. Die Lions haben ganz bestimmt vieles richtig gemacht, aber sicher nicht alles. Dasselbe gilt für die Rapperswil Jona Lakers.

Beginnen wir mit den ZSC Lions: Von einem Team mit einem Budget wie den ZSC Lions muss man ein besseres Importspieler-Paket erwarten dürfen. Pettersson und Klein haben die Erwartungen sicher erfüllt und gehörten mit zu den besten Importspielern in unserer Liga. Hingegen haben Vey, Korpikoski, Pelletier und Sjögren glattweg enttäuscht oder dann sind sie schlicht und einfach nicht besser und damit ungenügend. Andere Transfers waren teilweise ok aber sicher nicht "wow!"

Rapperswil Jona Lakers: Ich habe bereits in meiner letzten Kolumne angedeutet, dass ich mit einigen Entscheidungen bei den Rapperswil Jona Lakers nicht einverstanden war. Das Ausländertrio konnte "nur" mit dem Trio bei den Kloten Flyers mithalten, bei allen anderen Gegnern wären die Importspieler tendenziell oder sogar klar besser gewesen. Schon fast fahrlässig beurteile ich den Entscheid, auf einen vierten Ausländer zu verzichten und prompt hat die Verletzungshexe bei Aulin zugeschlagen, was den Lakers weh getan hat. Weiter gilt es zu bedenken, dass die Lakers gegen einen in dieser Saison weitgehend inferioren Gegner mit dem denkbar knappsten aller Resultate gesiegt haben. Ein Gegner, der mit Abstand Letzter in der Regular-Season-Tabelle wurde.

Ein weiteres Fragezeichen stellt sich für mich betreffend dem Ausländerquartett in der kommenden Saison: Aulin und Knelsen wurden weiterverpflichtet. Es ist menschlich würdevoll und auch irgendwie nachzuvollziehen, dass man die Aufstiegshelden mit Vertragsverlängerungen belohnt, allerdings ist es professionell kaum zu verantworten. Ich wage zu bezweifeln, ob das Duo Aulin/Knelsen auf dem Transfermarkt nicht zu toppen gewesen wäre. Die Lakers müssen mir jetzt mit zwei zusätzlichen Knaller-Ausländern beweisen, dass sie für die National League mit einem top besetzten Ausländerpaket an den Start gehen.

Zudem verlieren sie mit Hügli einen Topspieler, dem ich eine sehr gute National-League-Karriere zutraue. Ich frage mich, ob er nicht mit einem üppigen Vertragsangebot zu halten gewesen wäre das beispielsweise mit einer Ausstiegsoption im Falle eines Nichtaufstiegs hätte veredelt werden können.

So, genug gelästert, noch einmal herzliche Gratulation an die beiden Teams vom schönen Zürichsee!

Thomas Roost ist seit 1996 NHL-Scout für den zur NHL gehörenden Central Scouting Service und seit 2010 Scout für den EHC Biel. Hauptberuflich ist er als CHRO und Mitglied der Konzernleitung in einer internationalen Touristikfirma mit weltweit 1500 Mitarbeitenden tätig. Thomas leistet sich eine eigene Meinung und freut sich immer sehr über Reaktionen zu seinen Beiträgen die zur Diskussion Anlass geben sollen. Er pflegt auch mit viel Spass seinen Twitter-Account @thomasroost.

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