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Schweiz-Serbischer Youngster auf Achse

Wegen eines Hattricks gegen Arsenal wechselte Aleksandar Prijovic nach England. Nun hat der St. Galler schon in drei Ländern für fünf Vereine gespielt - und ist gerade mal 19.

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Träumen darf erlaubt sein

"15 Millionen. 15 Millionen Franken für einen 17-Jährigen!" Aleksandar Prijovic kriegt glänzende Augen, als er vom Transfer des serbischen Riesentalents Adem Ljajic von Partizan Belgrad zu ManU erzählt. "Oder Edin Dzeko: Den kannte vor einem Jahr noch keiner, nun spricht man überall von ihm. Davon träumt jeder, einmal eine solche Wahnsinnssaison wie er zeigen zu können", schwärmt Prijovic.

Man sieht und hört: Der serbisch-schweizerische Doppelbürger, im April 19 Jahre alt geworden und beim englischen Championship-Klub Derby County unter Vertrag, träumt davon, selber einmal auf die ganz grosse Fussballbühne zu treten.

Der Weg ist steiniger als gedacht

Für diesen Traum lebt der Stürmer, schon seit er als Achtjähriger zum Nachwuchs des FC St. Gallen gestossen ist. Mit 16 Jahren verlässt Prijovic das Elternhaus in Goldach SG und wechselt nach Parma. Wie einst bei Davide Chiumiento, Gerardo Clemente und den Bellon-Zwillingen verliert der FCSG ein eigenes Talent früh. Der heutige Nachwuchschef Patrick Winkler, der Prijovic in der U15 und der U18 trainiert hatte, erinnert sich: "Es wäre wohl besser gewesen, wenn er noch länger geblieben wäre und sich nicht für den Weg des geringsten Widerstandes entschieden hätte."

Der Weg des geringsten Widerstands war im Falle des St. Galler Juniors, sich für das erstbeste Angebot zu entscheiden. "Ich wollte immer ins Ausland. Für mich war es nicht schwierig, diesen Entscheid zu fällen", erläutert Prijovic seinen Standpunkt. Er gesteht ein, dass er als 16-Jähriger geschmeichelt war, dass ein Verein wie der FC Parma ihn holen wollte. Entdeckt haben ihn die italienischen Scouts bei einem Spiel mit der serbischen U17.

Schattenseiten des Profifussballs

In Parma lernt der junge Stürmer die Schattenseiten eines Auslandtransfers kennen. Die Familie ist weit weg, die Sprache unbekannt, die Privatsphäre im Klubinternat gering. Doch der Serbe beisst sich durch. Die Abwesenheit der Eltern wird dadurch gemildert, dass er fast jedes zweite Wochenende Besuch aus der Ostschweiz erhält. Er besucht freiwillig einen Sprachkurs und lernt erste Brocken Italienisch. Einen guten Kontakt baut sich Prijovic zum kroatischen Parma-Stürmer Igor Budan auf, der einst auch ein halbes Jahr in Bellinzona spielte. "Er übersetzte mir im Training das Wichtigste", sagt Prijovic. Er kommt in der Primavera zum Einsatz, der Liga für die Nachwuchsteams.

Vierjahresvertrag? No grazie

Als Domenico Di Carlo als Trainer der abstiegsgefährdeten Serie-A-Mannschaft entlassen wird und Hector Cuper als Feuerwehrmann kommt, kriegt der St. Galler Rückenwind. "Cuper setzte mich in Testspielen ein und war zufrieden." Dann verletzt sich im April 2008 Prijovics Sturmkollege Budan, Cuper beordert den schweizerisch-serbischen Angreifer auf die Reservebank und in der hitzigen Auswärtspartie gegen Direktkonkurrent Reggina einige Minuten vor Schluss auf Feld.

"30 000 Fans im Stadion. Keiner sass, es war eine heisse Stimmung, wie immer im Süden", erinnert sich Prijovic an die 1:2-Pleite. Er gerät wieder ins Schwärmen, seine Augen leuchten. "Es war sehr emotional, in diesem vollen Stadion ins Spiel zu kommen. Ich spielte nur zehn Minuten, aber ich war danach kaputt wie nach zwei Partien im Nachwuchs", versichert er mit einem Augenzwinkern. Mit 18 Jahren und 4 Tagen ist der Ex-St. Galler der jüngste Debütant Parmas in dieser Spielzeit.

Mit seiner Premiere in der Serie A ist der Goldacher seinem Traum ein Stückchen näher gekommen. Bald machen sich aber Störgeräusche bemerkbar. Cuper wird noch vor Saisonende entlassen. Der Abstieg ist trotzdem nicht zu verhindern. Parma will mit Prijovic in die Serie B gehen und bietet ihm einen neuen Vierjahresvertrag an. "Ich wollte aber nur für zwei Jahre unterschreiben", sagt Prijovic.

Eine Einigung bleibt aus, unter den gegebenen Umständen will er nicht bleiben. Obwohl er behauptet: «Ich wechsle nicht gerne dauernd die Klubs.» Über Xamax-Verteidiger Selver Hodzic erfährt ein Agent von der Situation Prijovics und kann ihm ein Probetraining und -spiel in England vermitteln.

Wechsel nach England

Der Goldacher spielt mit den Reserven von Derby County FC gegen das Pendant-Team von Arsenal. Prijovic gelingt ein Hattrick und beeindruckt die Exponenten des sang- und klanglos aus der Premier League abgestiegenen Vereins nachhaltig. Er unterschreibt bis Juni 2010.

Als gerade mal 18-Jähriger macht Prijovic bereits seinen zweiten Auslandtransfer. ''In England zu spielen, ist ein Traum'', freut sich der Angreifer. Obwohl ihm eigentlich der italienische Fussball mehr zusagt. ''In England werden die Stürmer oft mit hohen Bällen angespielt. Daran musste ich mich zuerst gewöhnen», sagt Prijovic, der mit seiner Körpergrösse von 1,89 Meter gute Voraussetzungen für einen Kick-'n'-Rush-Mittelstürmer mitbringt.

Probleme mit dem Militär

Bevor er sich allerdings richtig einleben kann in der 230 000-Einwohner-Stadt Derby, gilt es, zwei Probleme aus der Welt zu schaffen. Einerseits muss Derby mit Parma eine Ablösesumme aushandeln. Weil die Italiener angesäuert sind über den Abgang, ziehen sich die Verhandlungen hin, am Ende einigen sich die Parteien auf umgerechnet rund eine halbe Million Franken.

Und dann ist da noch das Problem mit der Schweizer Armee, das sogar BBC-Online eine Meldung wert ist. Prijovic hat als 16-Jähriger den roten Pass bekommen, ist daher stellungspflichtig und hätte zur Aushebung erscheinen sollen. Mit einem Besuch bei den zuständigen Stellen in Bern erledigt sich dieses Problem aber rasch. Prijovic gilt als Auslandschweizer, die Wehrpflicht entfällt daher vorläufig. Nun kann sich der Doppelbürger, der nie ein Aufgebot für die Schweizer Nachwuchsequipen erhalten hat und darum für Serbien spielt, auf seinen neuen Verein konzentrieren: trainieren mit den Profis, spielen mit der Reserve. Daran ändert sich bis zum letzten Winter nichts, Prijovic reist mit der serbischen U-20-Nati an ein Turnier in Katar.

Die Reise führt nach Yeovil

Nach der Rückkehr ist alles anders. Trainer Paul Jewell hat Derby verlassen und wurde durch Nigel Clough ersetzt. Der neue Manager findet, Prijovic profitiere in den Reservepartien zu wenig, und will ihn im Profifussball einsetzen. Dafür gibt es in England ein geeignetes Instrument, die One-Month-Loans. Prijovic wird für einen Monat in die League 1 ausgeliehen. Sein neuer Verein heisst Yeovil Town FC. Wieder ein neuer Klub, wieder ein neues Team, wieder eine neue Stadt. ''Das war schwierig. Wenigstens konnte ich mich an das Niveau in der dritthöchsten Liga gewöhnen.''

Glücksbringer Prijovic

Prijovic macht vier Partien und langweilt sich im 42 000-Einwohner-Nest. ''Zum Glück lernte ich einen Yeovil-Fan kennen, der ein Restaurant führte. Ich ass fast jeden Abend dort, so musste ich nicht immer im Hotel sitzen.'' Auch wenn er ohne Tor bleibt, scheint der Serbe als Glücksbringer zu fungieren: Yeovil gewinnt mit ihm alle vier Spiele, die 4000 Fans im heimischen Huish-Park stehen Kopf.

Dann ist der Monat vorbei, der junge Ostschweizer packt seine Koffer und kehrt in seine kleine Wohnung nach Derby zurück. Aber nur, um kurz darauf wieder zu packen. Erneut wird Prijovic einen Monat ausgeliehen, diesmal zu Yeovils Ligakonkurrent Northampton Town FC. Der Verein steckt im Abstiegssumpf. Prijovic spielt drei Mal von Beginn weg, wird sieben Mal eingewechselt und schiesst zwei Tore. "Offensiv waren wir ganz gut, hinten allerdings eine Katastrophe."

Trotz mangelndem Erfolg gefällt Prijovic seine neueste Station gut, er kriegt in der grössten Stadt Englands ohne City-Status (180 000 Einwohner) eine Wohnung und kann auch mal ausgehen: ''Dort gab es nicht nur eine Strasse wie in Yeovil.'' Mit einer kleinen Verletzung kehrt der Leihspieler nach Derby zurück und erlebt deshalb im Mai den Abstieg Northamptons in die vierthöchste League 2 nicht auf dem Platz mit.

Überallhin - nur nicht nach St. Gallen

Für die Saison 2009/10 hat Prijovic bei Derby das Vorbereitungsprogramm mitgemacht. Seine Chancen auf Einsätze in der Championship sind angesichts des über 30 Spieler grossen Kaders aber überschaubar. Er sagt trotzdem: "Ich habe Zeit, ich will mich hier durchsetzen. Gegen ein erneutes Leihgeschäft hätte ich nichts." Und wenn der Vertrag im nächsten Sommer nicht verlängert wird? Prijovic macht klar, dass er dann ohne Zögern weiterziehen wird. "Bis ich 21 oder 22 Jahre alt bin, will ich in einer Profimannschaft Stammspieler sein", skizziert der serbische Junioren-Nationalspieler seine Zukunftspläne.

Vorbild Edin Dzeko

Eine Rückkehr in die Schweiz ist nicht ausgeschlossen. "Man weiss nie. Die Bellon-Zwillinge sind auch wieder zurückgekommen aus England." Yago Bellon kam wieder zum FC St. Gallen, was bei Prijovic kaum der Fall sein wird. "Das Kapitel FCSG ist für mich abgeschlossen." Wegen des Abgangs nach Parma entstanden Misstöne - und die sind noch nicht vergessen. Auf beiden Seiten nicht. Prijovic ist es egal: Er war ja als 16-Jähriger ausgezogen, um die grosse Fussballbühne zu erobern. Er wartet auf den Durchbruch. "Wenn es dir mal läuft, kommen grosse Klubs auf dich zu", sagt er und hofft, dass die grosse Saison kommen mag. Wie bei Edin Dzeko.

von Matthias Dubach

Hinweis: Das Fussballmagazin Zwölf ist offizieller Medienpartner von sport.ch.

 

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'' @ gehts noch sch**ss pablito wollte eher auf Pablitos Spruch mit Stanic ansprechen. Und darum wurde Pablitos Kommentar nun auch gelöscht. Also an dir "gehts noch": tu du doch zuerst denken bevor du schreibst! ''
Kommentar von gianni zum Artikel
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'' naja, ich denke dass gute amateur Spieler in der gleichen Situation auch solche tore schiessen können.. ''
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