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FUSSBALL SUPER LEAGUE
Der CEO des GCZ im Gespräch über das Kader, Ziele und Wünsche
Manuel Huber: ''Mit dem Aufwärtstrend ist noch alles möglich in der Rückrunde!''
11.01.2017, 15:00
Von Patric Brem
DEIN KOMMENTAR
Patric Brem

Am 6. Januar startete der Grasshopper Club Zürich in die Vorbereitung für die bevorstehende Rückrunde der Super League. sport.ch hatte die Möglichkeit, sich mit dem CEO Manuel Huber zu unterhalten und ihn auf die verschiedenen Gerüchte, Spekulationen und ''Unruhen'' der letzten Monate anzusprechen.

Was er dazu meint, wie er die Situation beim Rekordmeister sieht und was er sich für das Jahr 2017 wünscht, erfährst du im Interview.

sport.ch: Herr Huber, Sie haben stressige Tage vor sich und eine anstrengende Hinrunde hinter sich - konnten Sie die Festtage überhaupt geniessen?

Manuel Huber: Eine stressige Hinrunde und stressige Tage? Das ist alles relativ, denn es gehört zum Business. Wir haben immer Freude, wenn wir Fortschritte erzielen und wir konnten zum Ende der Vorrunde eine Entwicklung sehen. Darum schaue ich positiv in die Zukunft und Vorbereitung der Rückrunde. 

Sie kamen am Donnerstag aus dem Ausland zurück in die Schweiz. Hatten Sie einen neuen Spieler mit im Gepäck? 

Nein, das hatte ich nicht (lacht). Aber natürlich sind wir immer auf dem Transfermarkt aktiv - nicht nur während den Transferperioden. Wir beobachten und schauen genau was läuft, wollen aber nicht einfach vorschnell handeln. Wir sind mit dem Kader aus der Vorrunde - exklusive Benjamin Lüthi und zusätzlich drei jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs - in die Vorbereitung gestartet. Was sich in den nächsten Tagen ergibt, wird man sehen, aber wir probieren, die Mannschaft so beieinander zu halten und auch mit dieser in die Rückrunde zu starten. Ob und wann Ergänzungen getätigt werden, wird sich zeigen. Es ist immer ein Abwägen zwischen sportlichem Mehrwert und wirtschaftlicher Realisierbarkeit.

Präsident Anliker erwähnte in einem Interview gegenüber dem Blick, dass es ''wohl kaum neue Verpflichtungen geben wird''. Hat er damit ein Machtwort gesprochen oder können Sie sich mit guten Ideen trotzdem einbringen?

Das war kein Machtwort, denn wir stehen in ständiger Absprache miteinander. Dass wir nicht gross etwas verändern möchten, hatten wir nämlich bereits im November und Dezember so festgelegt. Das bleibt so, aber wenn sich eine gute Idee und eine vorteilhafte Situation ergibt, dann prüfen wir diese natürlich.

Optimieren muss nicht immer extern sein

Wie beispielweise bei einer Verpflichtung von Cristian Zaccardo? Italienische Medien berichteten, GC stehe mit dem Weltmeister von 2006 in Kontakt...

An diesen Gerüchten war gar nichts dran.

Wo sehen Sie den grössten Bedarf für Ergänzungen?

Das möchte ich nicht so pauschal sagen. Wir wissen, was wir in der Mannschaft optimieren können, aber ich möchte nicht einzelne Positionen nennen.

Aber geben Sie mir zumindest recht, dass die Defensive stabilisiert werden sollte?

Ich habe gesagt, ich nenne keine Positionen und dabei bleibe ich. Natürlich sind wir aber mit der hohen Anzahl an Gegentoren unzufrieden. Das ist so, das kann man optimieren, aber optimieren muss nicht immer extern sein. Das Defensiv-Verhalten kann man auch mit den bestehenden Spielern verbessern.

Zum Thema Källström: Gerüchten zu Folge war oder ist er abwanderungswillig. Was ist an diesen Spekulationen dran?

Auch an diesem Gerücht ist nichts dran gewesen. Ich kann Sie beruhigen, ich war weder mit einem anderen Verein noch mit dem von zahlreichen Medien erwähnten Klub (Djurgardens IF, Anm. d. Red.) in Kontakt gewesen. Der einzige, mit dem ich Kontakt hatte, war mit Kim selber und das ist ein ganz normaler Austausch gewesen.

 

Schätze Källström sowohl als Mensch wie auch als Sportler sehr

 

Källström wirkte in der Vorrunde teilweise nicht immer motiviert und eher unglücklich. Wie glücklich ist der Schwede noch beim Grasshopper Club Zürich? 

Er ist alles in Allem glücklich und das weiss ich auch. Dass er mit der sportlichen Situation in der Vorrunde nicht immer vollkommen zufrieden war, kann ich gut nachvollziehen. In seiner Anfangszeit bei GC lief es ja sportlich um einiges besser. Er ist aber unser Captain, ein hochprofessioneller Sportler und weiterhin sehr ambitioniert. Er hat hohe Ansprüche. Bei uns ist er gut aufgehoben.

Källström besitzt noch einen Vertrag bis 2018. Aber was ist, wenn er im Sommer gehen will? Würde Sie dem Schweden Steine in den Weg legen?

Er hat noch einen laufenden Vertrag und er hat nie einen solchen Wunsch geäussert. Ich denke nicht, dass eine solche Situation eintreten wird. Sollte er aber wirklich so abwanderungswillig sein, kann er auf mich zukommen und wir würden alles gemeinsam besprechen.

Sie pflegen also einen regen Austausch und sind weiterhin zufrieden mit dem Spieler?

Ja, sicher. Ich schätze ihn sowohl als Mensch wie auch als Fussballer sehr. Er hat eine super Karriere hinter sich und macht seine Sache auch bei uns sehr gut. Er ist unser Captain und wir haben einen offenen Austausch. Wenn es ein Problem gibt, steht meine Tür für ihn immer offen.

Sprechen wir über eine andere Personalie. Wie glücklich sind Sie mit Trainer Pierluigi Tami? Gewisse Medien berichteten von Differenzen zwischen ihnen und dem Tessiner Coach. Zum Beispiel wegen den Systemumstellungen bei der hohen Pleite gegen die Young Boys...

Auch das ist in der Öffentlichkeit immer etwas falsch interpretiert worden. Pierluigi und ich haben diese Themen intern zusammen besprochen und es stand nie ein Stein zwischen uns wegen dieser Diskussion. Die ganze Geschichte wurde von den Medien hochgeschaukelt. Pierluigi hat eine hohe Fachkompetenz und führt die Mannschaft sehr gut. Natürlich gibt es immer Spielraum für Verbesserung. Wir wissen aber, wo wir ansetzen müssen und werden es weiterhin gemeinsam tun. Wir stehen immer in konstruktivem Austausch. So kann man unser Verhältnis eigentlich gut beschreiben. Der Fussball ist natürlich prädestiniert dafür, dass vieles emotional wiedergegeben wird. 

Die erste Mannschaft absolvierte am Freitag das erste Training der Vorbereitung im Hinblick auf die Rückrunde. Wie sind die Spieler aus den Ferien zurückgekommen? Gab es beim einen oder anderen eine Strafe, weil er über die Festtage zu viel gegessen hat?

(lacht). Sie kamen mit verschiedenen Gewichten zurück, doch alles im Rahmen des tolerierbaren. Keiner hat sich so gehen lassen, dass man hätte sagen müssen, dass er 5 Kilo abspecken muss, sie haben sich auch während der Winterpause professionell verhalten und das Trainingsprogramm absolviert. Es herrschte eine gute, gelockerte Stimmung und die Begrüssung war sehr herzlich. Sie wissen, woran sie arbeiten müssen und dass die Vorbereitung gut absolviert werden muss, damit wir gegen Thun am 4. Februar bereit sind.

Wo sehen Sie die Möglichkeiten für das Team in dieser Saison?

Es hat noch viel Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist. Wir müssen die Aufwärtstendenz des Endes der Vorrunde bestätigen und dann ist noch alles möglich. Unser Ziel war die Bestätigung der letzten Saison und dieser Tabellenrang ist noch in Sichtweite.

Was wünschen Sie sich für das noch junge, neue Jahr?

Ich wünsche mir, dass die Spieler, das Team und der ganze Grasshopper Club Zürich von den Kleinsten bis zur 1. Mannschaft erfolgreich ist. Die erste Priorität ist aber, dass wir alle gesund bleiben, denn die Gesundheit kann man selber nur bedingt beeinflussen.

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