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FUSSBALL CHAMPIONS LEAGUE
Ist die Champions-League-Gruppenphase langweilig geworden?
Die Grossen sind nahezu unantastbar
13.09.2017, 15:24
Von sport.ch | Si
DEIN KOMMENTAR
 

Der FC Barcelona, Paris Saint-Germain, Manchester United, Chelsea und Bayern München kommen zum Auftakt der Champions League auf 20:0 Tore. Die Königsklasse ist zur Zweiklassengesellschaft geworden.

6:0 für Chelsea, 5:0 für Paris Saint-Germain, jeweils 3:0 für Manchester United, FC Barcelona und Bayern München: Europas Top-Klubs setzten gleich zum Auftakt der Champions League ein Zeichen und drohen damit mit Langeweile in der Gruppenphase. Denn die Königsklasse droht mehr und mehr zur Zweiklassengesellschaft zu werden. Teams aus Aserbaidschan, Slowenien, Schottland oder auch der Schweiz sind meist nur noch Kanonenfutter.

"Für Real Madrid, Barcelona oder Bayern München beginnt die Champions League erst im Februar. Das hier ist für sie doch nur das Aufwärmprogramm", sagte Manchester Uniteds Trainer José Mourinho nach dem mühelosen 3:0-Heimsieg gegen den Schweizer Meister FC Basel. Der Portugiese verdeutlichte damit, wie vorhersehbar die Gruppenphase geworden ist.

Barça und PSG mit lockeren Siegen

Bei Lionel Messi rief sogar Barcelonas klares 3:0 gegen Vorjahresfinalist Juventus Turin keine grossen Emotionen hervor. Der Superstar winkte nach verrichteter Arbeit kurz ins Publikum, dann war er auch schon verschwunden. Zwei Tore erzielt, klar gewonnen - für den Argentinier war der Heimsieg fast schon Routine. Noch einseitiger machte es Chelsea, das dem FK Karabach Agdam aus Aserbaidschan ein 6:0 verpasste.

Auch Paris Saint-Germain spazierte beim schottischen Meister Celtic Glasgow zu einem lockeren 5:0, zu den Torschützen zählten die mit viel Tamtam verpflichteten Neuzugänge Neymar und Kylian Mbappé. PSG-Coach Unai Emery warnte die Konkurrenz gleich einmal vor: "Die beiden spielen noch nicht lange zusammen. Das wird noch besser." Seinem Gegenüber Brendan Rodgers blieb da nur Resignation: "Wir haben gespielt wie die U12."

Entwicklung dürfte weitergehen 

Und so verfestigt sich der Eindruck, dass die Gruppenphase immer langweiliger wird, weil die Topklubs dem Rest Europas längst enteilt sind. In den vergangenen sieben Jahren kamen 27 der 28 Halbfinalisten aus den vier grossen Nationen Spanien (14), Deutschland (7), England (4) und Italien (2). In diese Phalanx brach in der vergangenen Saison einzig Monaco ein. Einen Finalisten aus einer "kleinen" Nation gab es zuletzt 2004 zwischen dem FC Porto und Monaco.

Diese Entwicklung dürfte sich noch verstärken. England, Deutschland, Spanien und Italien erhalten nach der Reform der Königsklasse künftig je vier feste Startplätze, der Rest stellt nur noch 16 der 32 Teilnehmer. Zudem werden die Gelder - die UEFA rechnet künftig mit Einnahmen von 3,2 Milliarden Euro pro Saison - nach einem neuen Verteilungsschlüssel vergeben, bei dem auch die Titelgewinne in der Klub-Historie berücksichtigt werden. Wer schon immer gewonnen hat, wird dafür belohnt.

Der Trend ist eindeutig: Auch in dieser Saison wird die K.o.-Phase zu einer geschlossene Gesellschaft mit zwei, drei Gästen, die für ein wenig Abwechslung sorgen. Und bis dahin herrscht Langeweile. Der 20:0-Auftakt war nur ein Vorgeschmack.

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