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FUSSBALL NATIONALMANNSCHAFT
Vladimir Petkovic und Peter Gilliéron über die Quali zur WM
Schweizer Chefstrategen über Stil, Pfiffe und die WM-Zukunft
14.11.2017, 14:11
Von sport.ch | Si
DEIN KOMMENTAR
 

Nationalcoach Vladimir Petkovic und Verbandschef Peter Gilliéron äussern sich nach der Qualifikation für die kommende WM in Russland über die erstklassige Verfassung des Nationalteams.

Der Macher, der Organisator, der Brückenbauer, der Stratege. Spieler und Umfeld attestieren Petkovic einen ausserordentlich hohen Anteil an der Entwicklung der letzten drei Jahre. Der gebürtige Bosnier hat Strukturen geschaffen, auf welchem die Leistungskultur basiert und die den Vorstoss auf eine nächste Ebene ermöglichen könnten. Sein sozialer und taktischer Einfluss ist unübersehbar.

Gilliéron: "Es braucht immer eine Führungspersönlichkeit, die vorangeht, die diese Gruppe mit speziellen Persönlichkeiten leitet. Er und sein Stab haben alles zusammengeführt. Er verlangt viel und von sich fast am meisten. Vladimir Petkovic hat eine Anspruchsmentalität im gesunden Sinn etabliert. Unter ihm ist das Team noch solidarischer geworden."

Teamzusammenhalt war zu spüren

Im Vergleich zur letzten EM-Ausscheidung wirkt die Equipe gefestigter. Sie tritt selbstbewusster auf, sie strebt inzwischen auch gegen eine Top-Nation wie Portugal (im Hinspiel) die Spielkontrolle an. Die statistischen Werte verdeutlichen den forschen Stil: In elf der letzten zwölf Wettbewerbsspiele erspielten sich die dominanten Schweizer eine Flut von Chancen.

Petkovic: "Hinter uns liegen zwei gute Jahre. Die Dynamik ist in jeder Beziehung eine andere. Der Prozess hat sich verfeinert, wir sind generell weiter. Wir haben etwas geformt, einen gewissen Stil gefunden und verhalten uns entsprechend. Aber wir dürfen nicht stillstehen, ich sehe Potenzial für Verbesserungen im technischen und taktischen Bereich."

WM-Quali wurde zur Selbstverständlichkeit

Inzwischen wird eine erfolgreiche Qualifikationskampagne von weiten Teilen der Öffentlichkeit als gelungene Pflichtübung wahrgenommen. Die vierte WM-Teilnahme in Serie nimmt die Allgemeinheit zur Kenntnis - mehr nicht. Die Wahrnehmung hat sich verschoben, mit der imposanten Konstanz wachsen die Ansprüche. Das nackte Ergebnis genügt nicht, verlangt wird inzwischen eine Kür, sonst setzt es Pfiffe ab wie gegen Haris Seferovic.

Gilliéron: "Die Erfolge machen mich stolz. Ich habe selten eine so starke Einheit gesehen. Die unglaubliche Solidarität ist imposant. Mir gefällt, dass man sich grosse Ziele setzt. Das ist gut, um vorwärtszukommen. Aber für die Pfiffe gegen Haris habe ich kein Verständnis. Aber wer hat das im Nationalteam noch nicht erlebt? Entschuldigung, aber das ist ein Übel. Die Schweizer Zuschauer brauchen wahrscheinlich etwas Erziehung."

Zakaria und Akanji vergrösserten die Auswahl

Die gesamte Periode verlief mit nur einer Niederlage in zwölf Partien nahezu wunschgemäss. Das Team hat nicht nur serienweise gewonnen, personell ist mehr Tiefgang vorhanden. Talente wie Denis Zakaria oder Manuel Akanji drängten nach. Obschon Petkovic das Team aus diversen Gründen immer wieder umstellte, war kein Substanzverlust erkennbar, unter ein gewisses Level fiel die SFV-Auswahl praktisch nie.

Petkovic: "Wir haben während der gesamten Kampagne vielleicht 50 Minuten unter unserem Niveau gespielt. Bis zum 0:1 in Portugal kontrollierten wir das Geschehen sehr gut. Meine Mannschaft besitzt die Stärke, immer wieder gut zu reagieren. Sie geht nie auf den Boden. Es gab womöglich mal einen Knock-down, aber nie einen Knock-out."

Reichlich Erfahrung ist in der Regel Gold wert. Die Startformation im Rückspiel gegen die Nordiren kommt total auf 30 Endrundenvorstösse. Captain Stephan Lichtsteiner tritt in Russland zum 5. Mal gegen die weltbesten Nationalteams an, die goldene 92er-Generation um Granit Xhaka wird ihren Fundus um ein drittes Turnier erweitern. Die Schweizer haben sich auch im Kluballtag in Italien, England und Deutschland durchgesetzt.

Gilliéron: "Man spürt, wie viel Erfahrung da mittlerweile zusammenkommt. Die Reife, die sich die Spieler im Ausland erarbeitet haben, zeichnet das heutige Team trotz seines teilweise jugendlichen Alters aus. Das war früher so nicht der Fall. Die Mentalität der kleinen Schweiz haben sie abgestreift."

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