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FUSSBALL SUPER LEAGUE
Qualität, auf und neben dem Platz
Hip Hip Hoarau!
15.04.2018, 09:20
Von Flavien Gousset
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Flavien Gousset

Langsam hat man sich in der Fussballschweiz an den jährlich wiederkehrenden Ablauf gewöhnt: In der Hinrunde der Super League verletz sich Guillaume Hoarau, verpasst mehrere bis ganz viele Spiele in Folge und trumpft dann nach seiner Rückkehr mit Toren am Laufmeter gross auf. Diese Saison weist zum bekannten Muster jedoch einen grossen Unterschied auf: Die Hoarau-Treffer reichen dem BSC Young Boys zum langersehnten Titel.

In der ersten Saison, die der grossgewachsene – wir sprechen von 1.92 Metern – Mann von der Insel La Réunion in Bern verbrachte, deutete noch nichts auf das Muster hin, welches sich in den drei folgenden Spielzeiten etablieren sollte. Hoarau wurde nach seiner Verpflichtung von Girondins Bordeaux am achten Spieltag das erste Mal eingesetzt, feierte zwei Wochen später seine Torpremiere und war kurze Zeit später aus der Startelf des BSC nicht mehr wegzudenken. Ende Saison kannte man «Air France» in der ganzen Schweiz für sein wuchtiges Kopfballspiel, die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor und die unbestrittenen Führungsqualitäten. Doch nicht nur den Fussballverstand eroberte «Gui» – wie er in Bern liebevoll genannt wird – im Sturm, auch die Herzen flogen dem sympathischen Schlaks in Windeseile zu.

Weit mehr als nur ein Fussballer

Guillaume Hoarau ist für Bern, die Super League und die Fussballwelt im Allgemeinen eine Bereicherung auch abseits des Platzes. Seine Liebe zur Musik, die unter anderem in einem Brassens-Cover mit dem Berner Chansonnier Oli Kehrli, verschiedentlichen Marley-Interpretationen oder auch der eigenen Band «Guillaume and Friends» ihren Niederschlag fand, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Neben den unbestritten vorhandenen Entertainer-Qualitäten hebt sich Hoarau aber auch durch seine soziale Ader, sein Interesse an politischen Themen (gerade erst war er an einem Podium an der Uni Neuchâtel zum Thema Fussball und Rassismus zu Gast) und seine – im Fussballzirkus immer seltener gesehene – Bescheidenheit ab.

«Ich führe ein normales Leben und fühle mich nicht als Star. Ich weiss, dass ich privilegiert bin, weil ich mit meinem Hobby in ganz kurzer Zeit viel Geld verdienen sann. Ich bin zwar stolz auf meine Karriere, denn die ist nicht vom Himmel gefallen. Aber ausser Fussball spielen kann ich nicht so viel.»

Spielt er; trifft er

Dies tat Hoarau auch in den darauffolgenden Spielzeiten sehr erfolgreich. Wenn er denn einsatzfähig war. In der Saison 15/16 verpasste er so ziemlich die gesamte Hinrunde aufgrund einer Adduktorenverletzung, 16/17 musste er für 14 Meisterschaftsspiele Forfait geben und letztes Jahr zwickte von Ende August bis Mitte November der Oberschenkel. Spielte er aber, so mussten sich die gegnerischen Torhüter darauf einstellen mindestens einmal hinter sich greifen zu müssen. In 89 Super League Partien war der atypische Fussballer an 88 Toren beteiligt, 64 davon erzielte er gleich selbst.

Diese Wahnsinns-Zahlen brachten ihm zwar individuelle Titel ein, wie die Wahl zum Super League Spieler des Jahres 2016, doch mit den Young Boys wollte und wollte es nicht klappen. Optimistisch liess sich der Leader aber auch in schwierigen Phasen mehrfach mit den Worten zitieren, dass er nicht aus Bern weggehen würde bevor die über 30 Jahre dauernde Titel-Durststrecke vorüber sei. Nun, da es in wenigen Wochen so weit sein wird, hofft die gesamte Fussballschweiz, dass die Ausnahmeerscheinung Guillaume Hoarau auch dann die Zelte noch nicht abbricht. Sein Abgang wäre ein herber fussballerischer und menschlicher Verlust.

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