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Wawrinka über Ziele, Tattoos und Federer

Nur noch wenige Wochen bis zum Start der neuen Saison. Während der intensiven Vorbereitung nahm sich Stanislas Wawrinka in Biel für sport.ch Zeit und sprach über seine Ziele fürs neue Jahr, den Spitznamen "Marathon-Stan" und seine Tochter Alexia.

sport.ch: Stanislas Wawrinka, Sie haben die ersten Wochen der Vorbereitung für die kommende Saison hinter sich. Wie fühlen Sie sich?

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Stanislas Wawrinka: Sehr gut. Ich konnte in den letzten Wochen perfekt arbeiten und dabei auch auf die Unterstützung von Pierre Paganini zählen, er war rund 15 Tage bei mir. Es ist bis jetzt alles nach Plan gelaufen, ich hatte keine physischen Probleme. Jetzt bleiben mir noch ein paar Tage, in denen ich mit Severin Lüthi den Fokus aufs Tennis legen werde. Zusammen mit ihm werde ich noch zwei, drei Sparring-Partner suchen, mit denen ich in den nächsten Tagen spielen kann. Es geht jetzt in erster Linie darum, viel Tennis zu spielen. Ich fühle mich gut und bin sehr zufrieden.

Weihnachten steht vor der Tür. Wie werden Sie die Festtage verbringen?

Ich werde Weihnachten zusammen mit meiner Familie feiern, ganz ruhig, ohne grossen Rummel. Am 27. Dezember fliege ich dann nach Indien, wo ich das Turnier in Chennai bestreiten werde.

Wie wichtig ist dieses Turnier im Hinblick auf die Australian Open?

Es ist sehr wichtig für mich. Insbesondere nach einer so langen Zeit ohne Ernstkampf. Schliesslich liegt mein letztes Turnier dann bereits sechs Wochen zurück. Ich werde hoffentlich zwei, drei Matches spielen können - das wäre eine optimale Vorbereitung auf die Australian Open.

Brauchen Sie diese Siege auch, um Selbstvertrauen tanken zu können?

Es ist natürlich immer besser, wenn man gewinnt, aber der Start ist schwierig. Die Vergangenheit hat gezeigt: Wenn ich erfolgreich gestartet bin, dann habe ich auch in Australien jeweils gut gespielt. Ich hoffe natürlich, dass es auch in diesem Jahr gut losgeht.

Welches sind Ihre Ziele fürs 2013?

Konkrete Ziele habe ich mir keine gesetzt. Aber es ist klar: Ich möchte mich im Ranking wieder nach vorne arbeiten. Das ist momentan sehr schwierig, da das Niveau extrem hoch ist. Dennoch bin ich zuversichtlich und hoffe, dass ich verletzungsfrei bleibe. Gerne würde ich im kommenden Jahr auch wieder einmal einen Titel gewinnen. Es wäre super, eine Woche mit einem Turniersieg abschliessen zu können.

Vom Potenzial her haben Sie eine realistische Chance, sich für die World Tour Finals in London zu qualifizieren. Ist das in Ihrem Hinterkopf?

Nein, das ist momentan kein Ziel von mir. Das Jahr ist schliesslich sehr lang. Sollte ich gut spielen und in der Weltrangliste nach vorne kommen, werde ich mich damit auseinandersetzen. Erst beim US Open kann man jeweils abschätzen, ob eine Qualifikation realistisch ist. Aber wie gesagt: Zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht mein primäres Ziel.

Sie haben im vergangenen Jahr auf konstant hohem Niveau gespielt, zu einem grossen Sieg hat es aber nicht gereicht. Was fehlt noch?

Nicht allzu viel. Es haben mir ein, zwei gute Resultate gefehlt, um in der Weltrangliste einen grösseren Sprung zu machen. Vor allem bei den Grand Slams machen Kleinigkeiten einen grossen Unterschied aus. Leider habe ich in Wimbledon nicht gut gespielt, da wird man punktemässig enorm bestraft, weil es bei den Majors viele Zähler zu verteilen gibt.

Sie gehören seit rund fünf Jahren ununterbrochen zu den Top 30 der Welt. Sind Sie stolz auf diese Konstanz?

Ja, ich bin sehr zufrieden, denn es ist nicht einfach, dieses Niveau zu halten. In der Schweiz haben wir das Glück, mit Roger den besten Spieler aller Zeiten zu haben. Alles was er erreicht, ist aussergewöhnlich. Leider setzt er damit eine Messlatte, die für andere nicht zu erreichen ist. Somit erscheint ein Platz in den Top 20 oder Top 30 in einem völlig anderen Licht. Ich bin aber sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf meiner Karriere.

Wie belastend ist es, ständig an Federers Leistungen gemessen zu werden?

Ich bin sehr froh, in der gleichen Generation spielen zu dürfen wie Roger. Schliesslich teilen wir auch tolle Erinnerungen. Was die Leute aber oft nicht verstehen: Das was Roger leistet, ist aussergewöhnlich und entspricht nicht der Norm. Auch in jedem anderen Land hätte er den Status des besten Spielers aller Zeiten. Seine Resultate muss man ausblenden können, denn nur schon in die Top 20 zu kommen, ist heutzutage enorm schwierig.

Wie sehen Sie die Entwicklung im Schweizer Tennis, was die Zeit nach Ihnen und Roger betrifft?

Mit Günthardt, Hlasek und Rosset hatten wir in der jüngeren Vergangenheit viele gute Spieler – das ist nicht selbstverständlich. Momentan ist es sehr schwierig und kompliziert. Roger hat gesagt, dass er noch vier Jahre spielen möchte und ich würde gerne noch länger als vier Jahre aktiv sein. Das gibt uns etwas Luft. Vielleicht kann sich in dieser Zeit ein junger Spieler entwickeln und den Sprung nach vorne schaffen. Wir müssen die Situation noch einmal beurteilen, wenn Roger und ich am Ende unserer Karrieren angelangt sind.

Gibt es Ihrer Meinung nach Spieler, welche die Top 4 in naher Zukunft gefährden können?

Das ist schwierig zu prognostizieren, denn es ist klar: Sie sind momentan einfach viel stärker als der Rest. Es wird spannend sein zu sehen, wie Nadal nach seiner Verletzungspause zurückkehren wird.

Glauben Sie, dass er den Anschluss nahtlos finden wird?

Das werden wir sehen. Er hatte zwar schon einige Verletzungen, aber jetzt fiel er ganze sechs Monate aus. Sollte er Mühe haben, wird ein Platz für einen anderen Spieler frei (schmunzelt). Ich sehe Djokovic, Federer, Murray und Nadal aber immer noch eine Stufe über allen anderen. Auch wenn es Spieler wie Del Potro gibt, die sie hin und wieder schlagen können, sind sie über das ganze Jahr gesehen unglaublich konstant.

Sie sind bekannt für lange Matches. Was sagen Sie zu ihrem Spitznamen ''Marathon-Stan''?

Das höre ich regelmässig (lacht). Es ist so, dass ich auf dem Platz eine grosse Ausdauer habe. Oftmals gewinne ich die ganz langen Matches. Daher kommt wohl dieser Spitzname…

Ist es nicht auch ein Nachteil, so oft ''Marathon-Matches'' zu bestreiten? Schliesslich verpuffen Sie so viel Energie, die ihnen im weiteren Turnierverlauf fehlen könnte…

Nein, ich sehe dies als Qualität. Diese Ausdauer erlaubt es mir, solche Matches gewinnen zu können. Wären die Spiele kürzer, würde ich sie vielleicht verlieren. Die Journalisten stellen mir oft die Frage, weshalb ich so lange brauche. Ich sage dann immer: Wenn ich einfacher hätte gewinnen können, dann hätte ich es auch getan. Es ist einfach meine Art, die Spiele für mich zu entscheiden.

In letzter Zeit war Ihre Tochter Alexia hin und wieder mit Ihnen auf der Tour unterwegs. Fällt es Ihnen schwer, Berufliches und Privates zu trennen?

Es macht mich sehr glücklich, dass Alexia mich ab und zu begleiten kann. Da es oft lange Reisen sind, ist es leider nicht allzu oft möglich. Ich geniesse es sehr, wenn meine Familie dabei ist und ich Zeit mit ihr verbringen kann. Tagsüber macht jeder sein Ding und danach versuchen wir, miteinander etwas zu unternehmen. Es ist überhaupt nicht kompliziert, wenn meine Familie bei Turnieren ist. Im Gegenteil: Es ist ein grosses Plus.

Sie haben ein Tattoo von Alexia auf Ihrem Bauch. Planen Sie noch weitere?

Ja, vielleicht. Ich habe schon ein paar Ideen für weitere Tattoos im Kopf. Wir werden sehen. Details verrate ich aber noch keine… (schmunzelt).

Von Svenja Mastroberardino und Bénédict Birrer

Mehr zu Stanislas Wawrinka:

Wawrinka kritisiert Federers Davis-Cup-Verzicht

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'' Wenn ein Spieler krank ist,werden das wohl alle verstehen-oder...na ja,wer es nicht selber mal war-der wird das auch nie begreifen!!!Schade. ''
Kommentar von Haffer zum Artikel
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'' Wünsche Raffa alles Gute u.freue mich,ihn gesund wieder zu sehen!!! Es war unmöglich,so zu gewinnen-obwohl davon von Heinz Günthardt durch das ganze Spiel durch über Raffa nichts erwähnt wurde-was mich sehr erstaunte...!!! Tja...es ist wohl nicht sein Lieblinsspieler,krank schon so u.so nicht! Freundlichen Gruss ''
Kommentar von Liane Haffer Lang zum Artikel
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