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Barth: ''Möchte mit niemandem tauschen''
Barth: ''Möchte mit niemandem tauschen''
Fredy Barth ist sehr zufrieden, wie die Zusammenarbeit beim SEAT Swiss Racing Team derzeit läuft

Hallo zusammen

Ich freue mich, euch ab heute in regelmässigen Abständen etwas über mein Leben als Rennfahrer zu erzählen. Seit Saisonbeginn fahre ich in der WTCC, der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Mit meinen ersten zwei Rennen in Curritibia und Marrakesch war ich mehr als zufrieden, dass es mir gleich so gut laufen würde, hätte ich mir nie erträumen lassen. Einen grossen Anteil daran hat auch mein Team, das SEAT Swiss Racing Team. Die Zusammenarbeit wird immer besser!

Am Wochenende standen die Rennen in Monza auf dem Programm. Mit einer Entfernung von nur 300 Kilometern von zuhause ist es quasi mein Heimrennen. Ich habe mich extrem auf dieses Weekend gefreut, da auch viele Schweizer Motorsport-Anhänger den Weg nach Monza gefunden haben. Zum einen waren das richtige WTCC-Fans, zum anderen haben wir im Hospitality-Bereich sehr viel gemacht und ich durfte illustre Gäste begrüssen. Auch das gehört zu meinem Job als Rennfahrer, denn ohne Sponsoren würde das Ganze nie und nimmer funktionieren.

Was die Rennen anbelangt, habe ich rückblickend gemischte Gefühle. Leider hatten wir am Donnerstag und am Freitag Motorenprobleme, sodass ich kaum Zeit hatte, etwas zu testen. Mir kam glücklicherweise zugute, dass ich die Strecke in Monza kenne. So war ich denn mit dem 9. Platz im Qualifying auch sehr zufrieden.

Beim ersten Rennen ging es am Start ziemlich hektisch zu und her. Irgendwie habe ich es geschafft, ohne Schaden durchzukommen. Dadurch habe ich zwar einige Positionen verloren, konnte diese aber im Verlaufe der Zeit wieder gutmachen. Ganz zum Schluss ging es dann drunter und drüber. Reifenschäden führten dazu, dass ich noch einmal ein paar Plätze nach vorne fahren konnte. Auch der vor mir fahrende Däne Michel Nykjaer erlitt einen Reifenschaden. Da die Startreihenfolge für das zweite Rennen der Reihenfolge des Zieleinlaufes des ersten Laufers entspricht und dabei die Positionen 1-8 umgekehrt werden, wäre der 8. Platz gleichbedeutenden mit der Pole Position für Rennen 2 gewesen. Ich habe darum kurz gezögert, mich aber dann doch entschieden, Nykjaer zu überholen. Schliesslich konnte ich mir damit einen weiteren Rookie-Sieg sichern.

Nicht ganz so rund lief es im zweiten Rennen. Ich hatte wie schon in der Vorbereitung ein Turboproblem und kam nicht so richtig auf Touren. Dadurch habe ich schon beim Start einiges verloren und bin zurückgefallen. Dass ich es in der Folge mit der Brechstande versucht habe, hat sich nicht ausbezahlt. Trotzdem überwiegen bei mir die positiven Eindrücke: Über 30 Punkte in der Gesamtwertung nach drei Stationen - hätte mir das jemand vor der Saison prophezeit, hätte ich ihn wohl für verrückt erklärt...

Mittlerweile bin ich wieder zuhause in der Schweiz. Ich verbringe nur rund 100-150 Tage hier. Das Leben als Rennfahrer ist nicht so gemütlich, wie sich das vielleicht viele vorstellen. Ich lege jährlich bis zu 100'000 Kilometer im Auto zurück - das allein entspricht schon einem 40-Prozent-Job. Zudem ist die ganze Reiserei auch immer eine logistische Herausforderung. Trotz des grossen Aufwandes möchte ich derzeit aber mit niemandem tauschen!

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Blog einen ersten Einblick in mein Leben als Rennfahrer verschaffen. Die nächsten Beiträge folgen bestimmt :)

Bis bald

Euer Fredy Barth


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21.02.2008
 
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